Spaziergang durch die Grande-Île und die Neustadt
Mit diesem kurzen Spaziergang begeben Sie sich auf eine Entdeckungsreise zu der auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste eingetragenen Stätte in Straßburg!
Zu Beginn ein paar Informationen:
Ein außergewöhnliches städtisches Kulturerbe: die verschiedenen Einflüsse der Grande-Île und der Neustadt.
Die wechselnden Einflüsse, von denen das baukulturelle Erbe Straßburgs zeugt, äußern sich im Bereich der Stadtplanung – von den Spuren der römischen Stadtmauer über die mittelalterlichen städtischen Überreste bis hin zur Großstadt des XIX. und XX. Jahrhunderts – sowie in Bezug auf die Architektur – in den rheinischen stilistischen Merkmalen, in der lokalen Aneignung der französischen Architektur, in der historistischen und eklektischen Architektur der deutschen Epoche. Sie zeigen, was für ein wunderbares Experimentierfeld die Grande-Île und die Neustadt sind.
Der ursprüngliche Bereich, seit 1988 auf der Weltkulturerbeliste, besteht aus der sog. "Grandeile", der inselförmigen Altstadt, die sich um das Münster gruppiert. Die Erweiterung dieses Bereichs betrifft die sog. Neustadt, die unter deutscher Verwaltung zw. 1871 und 1918 geplante und ausgeführte Stadterweiterung.
Diese Ausdehnung der auf der Unesco-Liste eingeschriebenen Altstadt um die Neustadt hat zum Ziel, die wechselseitigen Enflüsse und die historisch gewachsene Einheit des bebauten Stadtgebiets zu dokumentieren, zu schützen und zu fördern. Straßburg hat stets seine Fähigkeit bewiesen, das frühere Vermächtnis zu integrieren und aufzuwerten und dabei eine eigene, starke identität zu entwickeln.
Station 1
Place du château
Die Bauwerke, die den Schlossplatz umsäumen, veranschaulichen drei maßgebliche Epochen der Geschichte der Architektur der Stadt. Das Münster und der linke Flügel der Münsterbauhütte (Œuvre Notre-Dame, 1307) stammen aus der Zeit der Gotik, der rechte Flügel (1580) aus der Renaissance, und der Rohan-Palast ist für die französische Architektur des XVIII. Jahrhunderts charakteristisch.
Station 2
Das Münster
Das Münster ist Vektor gotischer Formen, die im XIII. Jahrhundert aus dem Königreich Frankreich kamen.
Sein Turm, das 1439 fertiggestellte Meisterwerk, stellt eine technische Meisterleistung dar, die bis ins XIX. Jahrhundert hinein unerreicht war.
Station 3
Rue des hallebardes
Die heutige rue des Hallebardes veranschaulicht die Spuren der römischen Stadtstraßenführung.
Sie befindet sich auf der ehemaligen Cardo, die der Hauptgeschäftsstraße des römischen Feldlagers Argentoratum entsprach. Jenes wurde um 12 v. Chr. errichtet.
Station 4
Das Rathaus
Das neue von Johann Reinhard III. von HanauLichtenberg finanzierte Stadthotel (hanauer hof, das heutige rathaus) im Régencestil ist nach dem Plan eines typischen Pariser Hôtels angeordnet: Das Gebäude zwischen Hof und Promenade gruppiert sich hufeisenförmig um den Ehrenhof.
Station 5
Die Oper
Das ehemalige Stadttheater (die heutige Oper) wurde 1821 im neoklassizistischen Stil errichtet.
Seine rückwärtige Ausdehnung, 1888 von Carl Ott entworfen, ermöglichte die Erweiterung des Gebäudes und stellt eine Verbindung zwischen historischem Zentrum und Neustadt dar.
Station 6
Place de la République
in dem in Verlängerung zur place Broglie während der deutschen Periode (1871-1918) errichteten neuen politischen und behördlichen Zentrum der Stadt sind zahlreiche offizielle Bauwerke im historistischen und eklektischen Stil konzentriert.
Station 7
Kaiserachse
Als Ort für Prestige-Veranstaltungen stellt die Kaiser-Wilhelm-Straße (avenue de la Liberté, Kaiserachse) die wichtigste Repräsentationsachse dar, auf der sich der ehemalige Kaiserpalast – Palais du Rhin (Rheinpalast) – und der Palais Universitaire (Universitätspalast) einander gegenüberstehen.
Station 8
Paulskirche
Diese protestantische Garnisonkirche (Paulskirche) wurde zwischen 1892 und 1897 von Louis Muller im rheinischen neogotischen Stil errichtet und orientiert sich an der Marburger Elisabethkirche in Hessen (XIII. Jahrhundert).
Station 9
Palais universitaire
Das Palais universitaire bildet das Herz der neuen Kaiserlichen Universität. Es wurde zwischen 1879 und 1884 vom Architekten Otto Warth erbaut und ist ein architektonisches Meisterwerk, inspiriert von der italienischen Renaissance. Seine 125 Meter lange Fassade erinnert an die Gemäldegalerie in Dresden und ist mit Statuen von Gelehrten verziert, die Symbole des Wissens darstellen. Zwei emblematische Statuen, Argentinien und Germania, die 2014 wiederaufgestellt wurden, symbolisieren die französisch-deutsche Versöhnung.
Das Gebäude ist um eine weite zentrale Aula organisiert, um die die Klassenzimmer angeordnet sind. Als Nervenzentrum des Gebäudes beherbergt es Zeremonien und Veranstaltungen und setzt eine jahrhundertealte Tradition fort.
Station 10
Das Stadtbad
Das Bauwerk der Städtischen badeanstalt schreibt sich in die Strömung Bund für Heimatschutz ein, die sich auf die regionale Tradition bezog.
Sein Eingangsrondell, das an dasjenige eines Palasts Ende des XVII. Jahrhunderts erinnert, ist für den majestätischen Charakter des Gebäudes bezeichnend.
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Dieser Rundgang wurde vom 5. Ort gestaltet.